Isolde Neumann;

„Obersächsische Familiennamen I ; Die bäuerlichen Familiennamen des Landkreises Oschatz“

Seite 190

Schrebitz von zrebe(n) altsorbisch = Fohlen; Siedlungsname für Wirtschaftszweig

§ 162 . Siedlungen -u. zwar- der Bandkeramiken sind im fruchtbaren südlichen Lößgebiet seit der Jüngeren Steinzeit nachzuweisen . Bekannt sind hier die neolithischen Funde im Bereich des Mügelner Zechsteinbeckens. In der Bronzezeit drangen die Siedler - Vertreter der Lausitzer Kultur - im die benachbarten nördlichen Gebiete vor, was durch die Hügelgräber der Dahlener Heide bezeugt wird.

Die Funde der Schwanenhalsnadel bei Gaunitz und eines eisernen bandförmigen Zungengürtelhakens bei Nebitzschen beweisen, daß auch während der Eisenzeit Siedlungen im Untersuchungsgebiet vorhanden waren. Zur Zeit der Völkerwanderung drangen slawische Stämme der Sorben nach Sachsen. Der Kreis Oschatz gehörte zum Gau Daleminze, dessen nordwestliches Grenzgebiet er bildete. An die Slawenzeit erinnern die Burgwallanlagen bei Leckwitz, Zissen, Kleinböhla, Baderitz, Schrebitz, Leuben, Rosenthal., Hohenwussen und Hof.

Im 11 . und 12 . Jhd. wurde das Untersuchungsgebiet im Zuge der Siedlung von deutschen Zuwanderern besetzt, u. zw. waren alle Stämme des Altlandes mehr oder minder an dieser Bewegung beteiligt. Die alte slawische Bevölkerung wurde dabei nicht verdrängt oder gar ausgerottet, sondern lebte neben den deutschen Siedlern fort und bewahrte auch noch längere Zeit hindurch ihre Sprache.

Von einem Ahnenforscher erhielt ich folgenden Beitrag übersandt:

Schrebitz wird in alten documenten Serebez Srebez Serbenitz geschrieben, war 1064 ein Kayserliches Landgut und gehörte der Kayserin Agnes Kayser Heinrigs des 4 ten Mutter, welche in benannten Jahre 50 Hufen davon dem Stifte Meißen schenkte, welches die Dörfer Zschannewitz, Lüttniz Glosse und das Müglische Schloß Feld gewesen, sich aber davon 3 Bauergütger in der Dorfe Gloßen vorbehalten.

Der hiesige Kirchhof war eine Burgward oder Festung gegen die Sorben.

Anno 1127 gehörte das alde Schloß oder Burgwart Schrebitz dem ErbMarkgrafen Conraden zu Meißen nebst den Dörfern Graumnitz Göldnitz Gallschitz Wollsdorf Däbritz Glossen Görlitz Döhlen Sömnitz und Gaschütz, deßen UrEnkel Heinrig aber Schrebitz nebst benannten Dörfern Anno 1268 an das NonnenCloster Seuselitz vergabet hat.

1543. Als die Klostergüther eingezogen stifdete Moriz Herzog und Churfürst zu Sachsen die Fürstenschule zu Meißen und ward der Voigtey Schrebitz in gedachten Jahr mit zur benannten Schule geschlagen.

Vor der Reformation gehörte Schrebitz mit den Pastoratsuntera ErtzPriester nach Döbeln, nach der Reformation aber ward es zur Superintertendur Oschatz geschlagen.

in 13 ten und 14 ten Jahrhunderte waren plebanus in Schrebitz.

Die hiesige Kirche hieß im Papsthum die St Hencels Kirche, die hohe Spitze welche sonst übern Altar oben gestanden ward 1718, den 21. December von ein gewaltigen Sturm herunter geworfen.

Im Jahr 1744 den 1. Octo: ward der Grundstein zu einen neuen Thurme geleget, und den 7. Sept: 1745 solche völlig wieder gehoben worden.

Solches ist von Carl Christoph Kraussen anhero notiret worden am 2o. Sept: 1799.

Quelle: Gerichtsbuch von Mügeln Nr. 200 Schrebitz 1654 Sächsisches Staatsarchiv Leipzig

Meine persönlichen Erinnerungen an Schrebitz begannen 1944 . Nach einem Bombenangriff auf unser Wohnhaus in Leipzig konnten wir dort nicht mehr wohnen. Wir verzogen zu meinen Großeltern nach Schrebitz, wo meine Mutter geboren war in ihr Elternhaus.

In Schrebitz begann ich auch die Grundschule fortzusetzen

Das Schulhaus lag unmittelbar neben dem Grundstück meiner Großeltern, mit meinem Bruder hatten wir 5 Minuten Schulweg.

Der Unterricht erfolgte in zwei Klassenräumen, in den ersten Jahren wurden die Klassenstufen 1 bis 4 und die Klassenstufen 5 bis 8 in einem einzigen Raum unterrichtet. Damals war Schuldirektor Herr Schubert. Ein strenger Herr der alten Schule. Aber bald kamen die „Neulehrer“, es waren Personen, die z.T. über pädagogische Ausbildung verfügten oder im Schnellverfahren herangebildet wurden. Auf diese Weise bekamen wir Herrn Weber als Klassenlehrer, dem wir eine vielseitige und anspruchsvolle Bildung auf sehr vielen Gebieten verdanken. Zu Klassentreffen nahm er unsere Einladung mehrmals an.

In Schrebitz erhielt ich auch die Konfirmation.

Orte
Anläßlich des letzten Klassentreffens entstanden diese aktuellen Bilder am 23.4.2008

Schrebitzer Bilderbogen

 

 

 

 

 

 

 

Schrebitz - Ansicht vom Sandberg ( Aufnahmedatum unbekannt)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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